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Finger weg! Wie Pickel entstehen - und gut wieder abheilen


Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Keiner mag sie, fast jeder kennt sie, gern auch mal an auffÀlliger Stelle im Gesicht. Es geht um Pickel. Warum sie entstehen und wie sie möglichst gut wieder abheilen: Wir klÀren die wichtigsten Fragen. 

Was passiert in der Haut, wenn ein Pickel entsteht?

In der Haut befinden sich DrĂŒsen, die Talg produzieren, ein Sekret, das die Haut geschmeidig hĂ€lt. Aus verschiedenen GrĂŒnden kann es zu einer Überproduktion an Talg kommen - zum Beispiel durch hormonelle Umstellungen in der PubertĂ€t. 

Dadurch können die Poren, also die winzigen Öffnungen unserer HautoberflĂ€che, verstopfen. Dann entsteht zunĂ€chst das, was wir Mitesser nennen - quasi eine Pickel-Vorstufe. 

Talg und abgestorbene Hautzellen sammeln sich dabei an. Haben sie dabei Kontakt zur Luft, fĂ€rbt sich der Mitesser schwarz. Staut sich alles unter der Haut, bleibt er weiß. 

Ein Mitesser kann Startpunkt fĂŒr einen Pickel sein. Denn Bakterien, die sich auf der Haut tummeln, können sich nun in dem Talg vermehren. «Sie lösen eine EntzĂŒndung mit Schwellung, Rötung, Schmerz und der Entwicklung von Eiter aus», sagt die MĂŒnchner FachĂ€rztin fĂŒr Dermatologie, Marion Moers-Carpi. So entsteht der Pickel. 

Es kann noch weitergehen: Schlimmstenfalls kann sich aus dem Pickel ein Abszess entwickeln. Ein Abszess ist eine Eiteransammlung, die sich in einem Hohlraum in der Haut bildet und in aller Regel von Ärztinnen und Ärzten geöffnet werden muss. 

Warum sind manche Menschen anfĂ€lliger fĂŒr Pickel, andere hingegen nicht? 

Geht es um das Hautbild, spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle. Es gibt aber weitere Faktoren, die zur Entstehung von Hautunreinheiten beitragen: 

  • Hormonelle Umstellungen

Hormonschwankungen in der PubertĂ€t oder im Zuge einer Schwangerschaft können laut Moers-Carpi dazu fĂŒhren, dass die TalgdrĂŒsen vermehrt Talg produzieren.

  • Falsche Hygiene

Zu viel Pflege und Hautcremes, die zu fett und zu reichhaltig sind, können Pickel fördern. Aber auch zu wenig Pflege ist von Nachteil. «Befindet sich zu viel Staub und Schmutz auf der Haut und kommt es zusĂ€tzlich zum Schwitzen, kann dies eitrige HautentzĂŒndungen auslösen», sagt Marion Moers-Carpi.

  • Zu viel Stress und zu wenig Schlaf

Durch Stress produziert der Körper vermehrt das Hormon Cortisol. Dadurch produzieren die TalgdrĂŒsen mehr Talg, zudem wird die Hautbarriere geschwĂ€cht. Bei Schlafmangel kann sich dieser Effekt verstĂ€rken, da der Haut wichtige Regeneration fehlt. 

  • Falsche ErnĂ€hrung

«Auch bestimmte ErnĂ€hrungsfaktoren können Pickel fördern», sagt HautĂ€rztin Moers-Carpi. Dies sei etwa bei zu viel Milcheiweiß oder auch Schweinefleisch nicht ausgeschlossen. Doch auch hier gilt: Jeder Körper tickt anders. 

Mist, da entsteht ein Pickel. Was kann ich jetzt tun? 

Die Bildung eines Pickels beginnt laut Moers-Carpi meist mit Rötungen und Schmerzen. «ZunĂ€chst ist es ein rötliches PĂŒnktchen», sagt die MĂŒnchner FachĂ€rztin fĂŒr Dermatologie. 

Wer dann frĂŒhzeitig ein Hautantibiotikum auftrĂ€gt, kann davon ausgehen, dass sich die EntzĂŒndung zurĂŒckbildet. Dieses Hautantibiotikum muss man sich allerdings von einer Dermatologin oder einem Dermatologen verschreiben lassen. Man sollte es in der Regel fĂŒnfmal am Tag auf den Pickel, der gerade entsteht, auftragen.

Von einem Mittel rÀt die HautÀrztin allerdings ab: «Keinesfalls sollte man Zugsalbe auftragen, da sie die Haut zusÀtzlich reizen kann.»

Warum ist AusdrĂŒcken keine gute Idee? 

«Durch den Druck besteht das Risiko, dass Bakterien noch tiefer in die Haut eindringen», warnt Franziska Scharpf. Sie ist Apothekerin in Sonthofen und VizeprÀsidentin der Bundesapothekerkammer. 

Damit riskiert man, dass weitere EntzĂŒndungen und Infektionen entstehen. «Durch das DrĂŒcken und Quetschen kann sich zudem eine Narbe bilden», so Scharpf. Also: Finger weg, auch wenn's schwerfĂ€llt!

Pickel ĂŒber der Oberlippe soll man erst recht nicht ausdrĂŒcken, weil das in der Notaufnahme enden kann. Stimmt das? 

Im «Dreieck» zwischen Nase und Oberlippe befinden sich laut Marion Moers-Carpi viele Venen und Arterien, die mit dem Gehirn verbunden sind. Wer nun oberhalb der Oberlippe einen Pickel ausdrĂŒckt, riskiert, dass Bakterien in die Blutbahn gelangen - und letztlich ins Gehirn. 

Wer richtig großes Pech hat, erlebt dadurch unerwĂŒnschte Folgen: «Das kann zu einer bakteriellen HirnhautentzĂŒndung oder zu einem Schlaganfall fĂŒhren», so Moers-Carpi. Das kommt allerdings nur sehr selten vor. 

Alle, die einen Pickel in diesem Dreieck haben, sollten sicherheitshalber eine HautÀrztin oder einen Hautarzt aufsuchen.

Helfen Hausmittel wie Zahnpasta?

Den Pickel mit Zahnpasta «austrocknen»? Davon rĂ€t Franziska Scharpf ab. Die Inhaltsstoffe wie etwa Menthol reizen die Haut, andere können die TalgdrĂŒsen verstopfen. In der Folge kann es zu Rötungen, EntzĂŒndungen oder auch Narben kommen.

Wie vorgehen, damit ein Pickel besser abheilt?

Viele Pickel heilen von allein gut wieder ab, wenn man sie in Ruhe lÀsst. 

Doch was, wenn der Pickel richtig tief sitzt, fies schmerzt und bereits gelb ist? Dann kann es sinnvoll sein, dermatologisch geschulte Kosmetikerinnen oder Dermatologen aufsuchen. Solche Fachleute können den Pickel mit einer speziellen Nadel öffnen und den Eiter ablassen, ohne dass es zu weiteren EntzĂŒndungen oder zu Narben kommt.

Um anschließend den Heilungsprozess zu fördern, sollten Betroffene zwei- bis dreimal tĂ€glich eine Zinkcreme auf die Hautstelle auftragen und ihr danach Ruhe gönnen. Auf SonnenbĂ€der oder SaunagĂ€nge sollte man in der Heilungsphase verzichten.

«Wichtig ist auch, SchwĂ€mme und Pinsel, die mit dem Pickel in BerĂŒhrung gekommen sind, zu reinigen oder gegebenenfalls auszutauschen», sagt Apothekerin Scharpf. Denn darin fĂŒhlen sich unerwĂŒnschte Bakterien mitunter wohl und landen dann rasch wieder im Gesicht. 

Generell gilt: Wer sich ins Gesicht fasst, sollte dies nur mit vorher grĂŒndlich gewaschenen HĂ€nden tun.

Wann sollte man Pickel in der Hautarztpraxis abklÀren lassen?

HĂ€ufen sich HautentzĂŒndungen, liegt womöglich eine Akne vor. In dem Fall empfiehlt es sich, eine Dermatologin oder einen Dermatologen mit ins Boot zu holen. «Er oder sie kann Cremes oder Tinkturen verschreiben, die helfen, das Hautproblem in den Griff zu bekommen», sagt Marion Moers-Carpi.


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(02.02.2026)


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