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Welche Alternativen gibt's zum Fiebersaft?


Bild: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-tmn

Die Infektsaison nimmt langsam Fahrt auf. Und damit auch Sorgen von Eltern, wie im vergangenen Jahr einfach keinen Fiebersaft fĂŒrs Kind in der Apotheke zu ergattern.

Immerhin: Seit Ende Juli ist ein Anti-Engpass-Gesetz in Kraft, das die Versorgung mit Kinderarzneimitteln verbessern soll. Doch bis das Gesetz greift, kann es noch etwas dauern. Was Familien jetzt tun können - und welche Alternativen sie nutzen können, sollten FiebersÀfte wieder knapp werden.

Wie können Familien sich gut auf die Infektsaison vorbereiten?

«Es kann nicht schaden, die Hausapotheke zu kontrollieren und bei Bedarf aufzufĂŒllen», sagt Ursula Sellerberg, stellvertretende Pressesprecherin der Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbĂ€nde (ABDA). «Das ist allein schon wichtig, damit man nicht ohne dasteht, wenn das Kind um 23 Uhr Fieber bekommt.» Wichtig: In die Haushaltsapotheke gehören nur haushaltsĂŒbliche Mengen.

Um die Hausapotheke gut fĂŒr die Infektzeit aufzustellen, rĂ€t Sellerberg, das GesprĂ€ch mit dem Apotheker oder der Apothekerin vor Ort zu suchen. Auch um sicherzustellen, dass fiebernde Kinder nur mit den Wirkstoffen behandelt werden, die fĂŒr sie auch geeignet sind.

«Zum Beispiel hilft der Wirkstoff AcetylsalicylsĂ€ure Erwachsenen bei Schmerzen und Fieber – aber ist fĂŒr Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet», sagt Sellerberg. FiebersĂ€fte fĂŒr Kinder setzen daher auf die Wirkstoffe Paracetamol und Ibuprofen.

Wann braucht das Kind ĂŒberhaupt fiebersenkende Medikamente?

Nicht immer sind Fiebersenker notwendig. «Wenn es dem Kind soweit gut geht, ist das kein Muss», sagt der Berliner Kinderarzt Jakob Maske, der Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und JugendÀrzte (BVKJ) ist.

Denn Fieber ist prinzipiell erst mal nicht schlimm, sondern eine normale Abwehrreaktion des Körpers auf eine Infektion. Wenn sich der Allgemeinzustand des Kindes verschlechtert, schaffen fiebersenkende Mittel mit Paracetamol und Ibuprofen aber Linderung.

Können wir auf ZĂ€pfchen und Tabletten umsteigen, wenn kein Fiebersaft verfĂŒgbar ist?

Das ist möglich, wie Kinderarzt Maske sagt. Wie beim Fiebersaft gilt auch hier: Es sollte keinesfalls mehr Wirkstoff ins Kind gelangen, als ausgehend von dessen Körpergewicht empfohlen wird. «Eine Überdosierung schadet der Leber - und das ist viel schlimmer als das Fieber des Kindes», warnt Maske.

Doch was, wenn der SĂ€ugling ein ZĂ€pfchen mit 75 Milligramm Paracetamol braucht - und Eltern vielleicht vom großen Geschwisterchen noch ZĂ€pfchen mit 125 Milligramm in der Hausapotheke haben? Das ZĂ€pfchen sollten Eltern dann nicht durchschneiden, da nicht immer der Wirkstoff gleichmĂ€ĂŸig im ZĂ€pfchen verteilt sein könnte, sagt Maske.

Zu teilbaren Tabletten können Eltern allerdings sehr wohl greifen, wenn die HÀlfte der Tablette der Dosis entspricht, die das fiebernde Kind braucht.

Mein Kind verweigert die Tablette. Und jetzt?

Bei Tabletten ist der Protest manchmal groß. Kinderarzt Jakob Maske kennt Tricks: Tabletten lassen sich auch als Ganzes auf einem Löffel mit etwas Joghurt oder FlĂŒssigkeit verabreichen oder gebröselt in die JoghurtschĂŒssel oder das Trinkglas geben.

Auf eines sollten Eltern dabei aber achten: «Das Kind sollte alles austrinken oder aufessen, damit es auch die gesamte Menge Medikament aufnimmt», sagt Maske.


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(14.09.2023)


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