Ratgeber

Migräne

junge Frau hält sich Kopf

In Deutschland leiden rund 15 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer - also fast zehn Millionen Menschen - an dieser Krankheit. Sie haben regelmäßig anfallsartige pulsierende Kopfschmerzen. Diese Schmerzen können zwischen wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen andauern und sind meist von anderen Symptomen wie Schwindel, Übelkeit und Lichtscheu begleitet.

Vorboten:

  • M√ľdigkeit
  • der Wunsch die Augen zu schlie√üen
  • Spannungsgef√ľhl im Nacken, das √ľber eine Gesichtsh√§lfte zieht
  • so genannte Aura-Ph√§nomene

Aura-Phänomene

  • bei etwa 15 bis 20 Prozent der Patienten
  • verschwommenes Sehen
  • Flimmererscheinungen vor den Augen
  • eingeschr√§nktes Gesichtsfeld
  • Sprach- und Sensibilit√§tsst√∂rungen
  • verschwinden meist, wenn die eigentliche Kopfschmerz-Phase einsetzt

Ursachen und Prozesse

Wenn auch die genauen Ursachen und Prozesse noch nicht vollst√§ndig verstanden sind, so wissen die Mediziner doch zumindest, was im Kopf vorgeht. Die feinen, weitverzweigten Blutgef√§√üe im Gehirn (in der Hirnhaut) erweitern sich und ihre Wanddurchl√§ssigkeit nimmt zu. Blutplasma tritt dabei aus und verursacht im umgebenden Gewebe eine Art Entz√ľndung, die sich als peinigende Schmerzen √§u√üert.

Die häufigsten Auslöser und wie man ihnen begegnet:

  • Stress: √úberm√§√üige und andauernde Belastungen werden nicht richtig verarbeitet. Allerdings schl√§gt die Migr√§ne meist erst in der Erholungsphase zu, nach der eigentlichen Belastung. So kommt es h√§ufig zur so genannten "Wochenend-Migr√§ne".
  • Wetter und Klima: Wetterwechsel, F√∂n oder extreme Wetterlagen machen den meisten Betroffenen zu schaffen. Leider ein Faktor, der nun einmal nicht beeinflussbar ist.
  • K√∂rperliche Anstrengungen: Vermeidbar dagegen sind √ľberm√§√üige k√∂rperliche Belastungen, sei es beim Sport oder bei der Arbeit. Auch sie k√∂nnen Migr√§neattacken ausl√∂sen. Als Vorbeugung hat sich dagegen bei vielen ein Ausdauersport bew√§hrt, zum Beispiel regelm√§√üiges Laufen, Walken, Schwimmen oder Rad fahren. Es empfiehlt sich ein drei bis viermal w√∂chentliches Training von jeweils circa 30 Minuten. Dabei gilt: den K√∂rper belasten, aber nicht √ľberlasten.
  • Nahrungsmittel und Alkoholika: Achtung Genussmittel: S√§mtliche alkoholischen Getr√§nke k√∂nnen selbst in geringer Menge eine Migr√§neattacke ausl√∂sen. Meist ist nicht der Alkohol die Ursache, sondern die Kombination mit bestimmten Begleitstoffen, zum Beispiel dem rot-violetten Traubenfarbstoff. Auch bestimmte Inhaltsstoffe in K√§se, W√ľrstchen, Schokolade, Zitrusfr√ľchten oder das Natriumglutamat in vielen chinesischen Gerichten gelten als Ausl√∂ser. Hier hilft am besten der Verzicht.
  • Schlaf: Wer am Wochenende zu lange schl√§ft und dadurch vom gewohnten Schlafrhythmus abweicht, kann einen Anfall ausl√∂sen. Versuchen Sie, Ihren pers√∂nlichen Rhythmus zu ergr√ľnden und nach diesem zu leben. Die Basis sollte ein regelm√§√üiger Schlaf-Wach-Rhythmus sowie regelm√§√üige Essens- und Arbeitszeiten sein.
  • Verh√ľtungsmittel und Menstruation: Die Tage vor den Tagen werden oft zum Problem. Zus√§tzlich kann die Antibabypille die Migr√§ne verschlimmern. In diesen F√§llen sollte sie abgesetzt bzw. durch Pr√§parate mit einem niedrigen √Ėstrogenanteil ersetzt werden.

Nur wer die individuellen Schmerzauslöser kennt und meidet, kann die Migräne gezielt bekämpfen. Auch zur Vorbeugung kann man einiges tun. Mit der Zeit stellen viele Migränepatienten bestimmte Regelmäßigkeiten fest. Ein Schmerztagebuch kann eine Hilfe sein, die individuellen Schmerzauslöser zu finden.

Therapie

Migr√§ne ist nicht heilbar. Dennoch gibt es verschiedene Behandlungsm√∂glichkeiten, die das Leben mit Migr√§ne erleichtern. Die Behandlung geh√∂rt in jedem Fall in die Hand eines Arztes. In allen gro√üen Kliniken gibt es √Ąrzte, die auf Schmerztherapie spezialisiert sind.

Eine der wichtigsten Hilfen sind Entspannungs√ľbungen, die aber erst erlernt werden m√ľssen. Schnell anwendbar: Die progressive Muskelrelaxation nach Jakobsen.

Medikamente

In der Regel geht es nicht ohne Medikamente. Bei leichten Kopfschmerzen helfen oft schon einfache Schmerzmittel wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin Migräne) oder Paracetamol. Bei ernsten Migräneattacken schaffen Vasokonstriktoren, gefäßverengende Substanzen, Abhilfe. Gegen die leidigen Symptome wie Übelkeit und Erbrechen helfen Antiemetika.

W√§hrend Medikamente fr√ľher nur die allgemeine Schmerzempfindung d√§mpften, wirken die neuen - so genannte Triptane - auch gezielt in dem Entz√ľndungsherd. Die Blutgef√§√üe verengen sich wieder, und damit gehen auch die Entz√ľndung und die Schmerzen zur√ľck.

Unser Rat:

Gegen Kopfschmerzen kann auch K√§lte helfen. Durch die K√§lte verengen sich die Blutgef√§√üe, und der Schmerz l√§sst nach. Wickeln Sie Eis in ein Tuch und k√ľhlen Sie damit die Schl√§fen. Aber nicht l√§nger als zehn Minuten am St√ľck auflegen, dazwischen Pausen einlegen.

Einen ähnlichen Effekt erreicht man mit Minzölen aus der Apotheke. Diese können auch "unterwegs" angewendet werden.

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